Ticino – und das ewige Misslingen..
01.01.2010 – 16Uhr: Aufbruch nach Freiburg um Moritz S. abzuholen. Das Neujahr Boulderfescht kann beginnen. Auto vollgestopft, noch kurz was Gegessen und los gings im Schneegestöber in Richtung Tessin. Dort angekommen, meinen riesigen Fiesta zum Schlafpalast umgebaut und gleich alle offenen Projekte im Traum schon einmal durchgestiegen? – Nix wars.. Uns war nicht wirklich nach Schlafen. Nach mehrstündigen Versuchen doch mal ein Auge zu zu bekommen ist es dann auch schon Hell geworden und alle Bemühungen waren für die Katz. Gut gefrühstückt starteten wir dann langsam ins Gebiet um doch mal trotz der “harten” Nacht ein Paar boulder zu versuchen. Ich versuchte mich gleich an meinem alten Projekt “Willenberg Dach” 8a. Auf anhieb alle Züge hinbekommen und sogar noch den mittleren Teil dank einer neuen Variante zum Durchstieg optimiert gelang es mir trotz allem nicht den Boulder abzuhaken. Die Nacht hinterließ eben doch ihre Spuren..
Moritz der zum ersten mal mit in Chironico war wusste gar nicht wo er anfangen sollte
Er begann einfach mal mit einer 6a+, gefolgt von einer 6b+ und hakte anschließend noch zwei 7a’s ab. Ich glaube er war im im Gegensatz zu mir mit dem ersten Tag recht zufrieden. Ich versuchte mich am Nachmittag noch an “Les doigts Verts” 7c+, welcher aber eher den Namen “Les doigts Rouges” verdient hätte, weil die scharfen Leisten bei jedem Versuch immer schön einen Teil der Haut abschrabbeln.
Der nächste Tag fing vielversprechend an. Wieder blauer Himmel und heute Nacht auch besser geschlafen Stapften wir in die mittleren Sektoren. Moritz gelang seine erste 7a im flash. Anschließend eine weitere im Second Go. Ich versuchte sich dann mal wieder an “Komilator” 8a, bei welchem ich diesmal auch ein bischen besser aussah, allerdings wollte der verdammte Hook im Durchstieg einfach nicht an seinem Platz bleiben.. langsam schon wieder sehr frustriert die “schwereren” Boulder nicht durchsteigen zu können machte ich mich an eine 7b “Souvenir Variante”, welche mir auch ziemlich schnell gelang. Anschließend kletterte ich in nur wenigen Minuten “Power Ranger” 7b+. Jetzt konnte ich wenigstens ein kleines bischen den HASS auf Bouldern lindern
Moritz kletterte auch noch eine 7a, rechts von Souvenir und anschließend gelang ihm endlich auch, kurz vor einbruch der Dunkelheit nach ettlichen Versuchen und Cuts in der Haut, die 7b Souvenir Variante. Moritz wieder sehr zufrieden – Ich immerhin ein wenig.. zurück zum Auto.
Nächster Tag – Ruhetag! Moritz Versuchte sich nach dem Frühstück noch kurz an “Doctor Med Dent” 7b+, welcher ihm aber noch nicht gelang. Wir schauten uns dnn ein Paar Sektoren im Schattental an. Von keinen Bouldern sooo Begeistert das ein Wiederkommen unbedingt ein Muss ist und die Tatsache das ich bis zum Knie mit einem Bein bei der Eiseskälte in den Bach gerutscht bin ließen uns wieder recht Zügig verschwinden. Außerdem war ja wieder Montag. – Wir konnten also noch Einkaufen. Immerhin stand ja das beste Essen der Reise noch aus
Wir also schnell wieder ins Auto, ab zum Coop, Bier und Brot organisiert und zurück nach Chironico. Markus aus Heidelberg hatte mir heute noch ne SmS geschrieben das er auf dem Weg ins Tessin sei. Moritz wollte an unserem “Ruhetag” nochmal unbeding
“Doctor Med Dent” versuchen. War schon Dunkel, also was tun?! – Richtig! Nighstession! Moritz höchstmotiviert Boulderte sich die Finger warm und bombardierte den Boulder. In der Zwischenzeit ist auch Markus bei uns eingetroffen. Von einer Person mehr in der Nacht angeschrien an dem Boulder jetzt mal hängen zu bleiben gelang Moritz der bereits lang erwartete und wirklich verdiente Durchstieg! 7b+ im Sack! Moritz wieder sehr zufrieden. Mein Höhepunkt des Tages: Käsefondue
!
Aber nicht nur das: Käsefondue in dem von Markus mitgebrachten Luxuscamperschiff!!!
– Ein Traum! Wenn ich mal Groß bin brauch ich auch so was..
Das Essen im Magen, die Bierz geflossen und bei Standheizung mit Karten sein Hab und Gut beim Poker verzockt ging der Abend dann langsam.. ganz laaangsam zuende.
Am nächsten Morgen, leichter Kater aber das Kaffeekochen war dank Markus ja auch wieder gemütlicher geworden, gings nach ausgiebigem Frühstück an den Fels. Ich versuchte mich nochmals an “Les doigts Verts”, allerdings schon körperlich ziemlich zerstört und heut auch die Bedingungen nicht sooo Super gelang mir natürlich nicht der Durchstieg. Markus und Moritz versuchten sich anschließend an zwei 7c’s, welche aber Beiden heute nicht gelingen wollten. Für Moritz war es heute der letzte Tag. Er musste wieder nach Freiburg. Für mich haben sich Dank Markus noch zwei weitere Klettertage mit Luxuscamping ergeben. Nach getaner “Arbeit” am Fels, welche für uns alle heute ziemlich unerfolgreich war, fuhr Moritz mit meinem Autole dann nach hause. Markus und Ich verbrachten den Rest des Abends mit Kartenspielen und Weintrinken. Für mich dann heute die komfortabelste Nacht in einem fast “richtigen” Bett freute ich mich schon auf den nächsten Tag. Café, Frühstück und los gings. Markus versuchte sich an “Souvenir” 8a/+, bei welchem er auch gar nicht schlecht aussah. Allerdings doch zu unfit für einen Durchstiegsversuch. Ich hab mich dann auch noch kurz dran gehängt, aber dieser Boulder bleibt einfach ein Ding der Unmöglichkeit ![]()
Anschließend eine kleine Wanderung – unser Tagesziel: “That goes left” 8a. Dort angekommen lag einfach viel zu viel Schnee auf dem Ausstieg den man zu Zweit und ohne das richtige “Werkzeug” nicht entfernen konnte.. noch einen kurzen Blick auf “No Mistery” und “Schule des Lebens” geworfen und wieder zurückspaziert. Ziel war.. – mal wieder.. “Komilator”. Vorher aber noch kurz halt an einer 7b Traverse “Bella Gnocca” gemacht die mir fast im Flash gelang. Bin mit dicken Armen am letzten Zug gefallen und musste mich dann mit dem zweiten Versuch zufriedengeben. Markus brauchte ein wenig länger, aber ihm gelang der Boulder letztendlich auch ziemlich souverän. Dann zum Komilator. Bei mir wieder das alte Problem.. der Hook wollte nicht hängen bleiben. Aber heut auch erstrecht kein wunder bei noch weniger vorhandener Körperspannung. Markus dachte sich wahrscheinlich er will mich jetzt nicht Deprimieren und ließ sein Hook, identisch wie schon mein Problem, nicht an der gewünschten Stelle kleben
Er versuchte sich am Nachmittag noch an “Le vent nous Porterà” 8a, welchen er bis auf den letzten Zug ausbouldern konnte. Beim runterlaufen ham wir noch Axel P. mit Frau getroffen und uns für den heutigen, letzten Abend für ein “fröhliches Zusammensein”
im guten warmen Bus verabredet. Markus und Ich lecker am Essen, schon lange dunkel, kommen dann auchmal Axel und Katinka von ihrer Nightsession und leisten uns noch Gesellschaft. Bis in die späten Abendstunden wieder mal mit Kartenspielen und Trinken die Zeit rumgekriegt gings dann für den letzten Bouldertag ein letztes mal ins “falsche” Bett.
Was für ein letzter Tag!! “Les Doigts Verts” nach kurzem Versuchen gleich wieder aufgegeben. Schmerzende Haut, siffende Finger und körperliche Unfitness ließen den Tag was Bouldern angeht für mich so Enden. Markus versuchte sich noch an “Autopilot” 7b+, welcher ihm aber mal gar nicht reinlaufen wollte.. – nicht sein Boulder! Dann ein großes Durcheinander! – Einer verletzt, großes Hickhack, im Sektor wo sonst keiner ist, wer holt ihn?! Eine Dame, die mit uns an Autopilot hing, hatte die Aufgabe. Doch wohin?! – Markus und ich.. Gutmütig wie wir sind sie bis ziemlich weit nach Unten begleitet, den Weg gesucht und gefunden. Wir waren ja auch beide noch nicht in den hinteren Sektoren und dachten wir schaun dann nachher da noch bissl rum.. – ein Fehler!! Der “Aufstieg” durch den Schnee den Berg wieder hinauf.. – eine Qual
Körperlich erledigt, Nass geschwitzt aber dafür sowas von auf Boulder-Betriebstemperatur hing sich Markus nochmal in “Le vent nous Porterà” und konnte schließlich alle Einzelzüge klettern. Leider war der Durchstieg nicht mehr drin. Das wars dann auch.. Platt und Müde wieder zurück zum Auto. Dann erstmal nach Freiburg zu meiner Kischt, noch schnell beim Nobelamerikaner al la Mäc was gegessen, und endlich auf dem Weg zurück nach Stuttgart!
Alles in allem sehr coole, lustige, nette Tage, aber der erhoffte Bouldererfolg blieb mal wieder aus..
Hilft also alles nix! – MEHR TRAINIEREN!!
so long,..
der Peter